Agrargemeinschaften. Bauern als Genossen.

Ruby klärt auf

Agrargemeinschaften sind Zusammenschlüsse von Landwirten.  Sie vermitteln das Recht zur Nutzung  landwirtschaftlicher oder forstwirtschaftlicher Grundstücke, von Ödländereien, Wasser- und Landwegen oder anderen Einrichtungen mit Bezug zur Landwirtschaft.  Agrargemeinschaften beruhen meist auf sehr alten rechtlichen Bestimmungen.

Fortgeltung nach 1900

Die Agrargemeinschaften wurden bei der Einführung des BGB im Jahre 1900 nicht abgeschafft. Sie konnten aufgrund der Vorschriften des EGBGB fortbestehen. So blieben

  • Waldgenossenschaften wegen Art. 83 EGBGB unangetastet. Ebenso
  • Realgemeinden wegen Art. 164 EGBGB. Und auch
  • bäuerliche Nutzungsrechte blieben wegen Art. 197 EGBGB unberührt.

All diese Rechte lassen sich im Wesentlichen auf den Begriff der Allmende zurückführen. Die Allmende war in alter Zeit eine landwirtschaftliche Nutzfläche, zum Beispiel die Weide für das Vieh. Sie stand im Gemeinschaftseigentum der Dorfbewohner. Allmenden gibt es heute noch in den Alpen, z.B. die Almen als Gemeinschaftsweide.

Die drei Haupttypen bei den Agrargemeinschaften

sind:

  1. Gemeindegliedervermögen: Bei ihnen handelt es sich um Nutzungsrechte an der früheren „gemeinen Mark“. Das Gemeindegliedervermögen geht auf die alte Markgenossenschaft zurück. Die Markgenossen waren ein Verband feier Grundeigentümer. Die Markgenossenschaften entstanden in historischer Zeit nach dem Sesshaftwerden der Bewohner.
  2. Realgemeinden oder Realgenossenschaften: Das sind verbandsmäßige Zusammenschlüsse, die neben der politischen Gemeinde bestehen. Bei dieser Genossenschaftsform steht der Grundbesitz nicht im Eigentum der Gemeinde, sondern im Eigentum der Genossen oder der Genossenschaft selbst.
  3.  Interessentenschaften, deren Ursprung überwiegend in einem Auseinandersetzungsverfahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu finden ist. Damals wurden die bis dahin im gemeinsamen Eigentum der Ortseinwohner stehenden Flächen aufgeteilt. Flächen die für eine gemeinsame Nutzung geeignet waren, wurden gemeinschaftliches Eigentum. Die Interessentenschaften finden wir vorwiegend in Norddeutschland.

Wir stoßen dabei auf eine Fülle unterschiedlicher Rechtsgebilde. Das kommt auch in vielfältigen Bezeichnungen zum Ausdruck. Zum Beispiel

  • Bauernschaften
  • Bürgerschaften
  • Märkerschaften
  • Konsortenschaften
  • Markgenossenschaften
  • Haubergsgenossenschaften
  • Halbgenossenschaften usw.

Die Regelungen

Oft gelten dabei für kleine Gemeinschaften besondere gesetzliche Vorschriften. Manchmal sind allerdings nur Herkommen und Sitte für ihre Verfassung maßgebend. Erst in neuerer Zeit finden sich einheitliche Gesetze, die für einen größeren Geltungsbereich Regelungen für Agrargemeinschaften treffen. So das

  • niedersächsische Realverbandsgesetz von 1969,
  • das Gemeinschaftswaldgesetz, Nordrhein-Westfalen von 1975,
  • das baden-württembergische Gesetz über die Gemeindegliedervermögen von 1966

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