Land- und forstwirtschaftlicher Betrieb / Vermögen im Sinne der Erbschaftsteuer

Land- und forstwirtschaftlicher Betrieb / Vermögen im Sinne der Erbschaftsteuer
Land- und forstwirtschaftlicher Betrieb / Vermögen im Sinne der Erbschaftsteuer

Wann liegt ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb bzw. Vermögen vor?

Erklärt von Erbrechtler Ruby

Das ist in § 158 BewG vom Gesetzgeber genau geregelt.

§ 158 BewG Begriff des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens
(1) Land- und Forstwirtschaft ist die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens zur Erzeugung von Pflanzen und Tieren sowie die Verwertung der dadurch selbst gewonnenen Erzeugnisse. Zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören alle Wirtschaftgüter, die einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft zu diesem Zweck auf Dauer zu dienen bestimmt sind.

(2) Die wirtschaftliche Einheit des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens ist der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft. Wird ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft in Form einer Personengesellschaft oder Gemeinschaft geführt, sind in die wirtschaftliche Einheit auch die Wirtschaftsgüter einzubeziehen, die einem oder mehreren Beteiligten gehören, wenn sie dem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft auf Dauer zu dienen bestimmt sind.

(3) Zu den Wirtschaftsgütern, die der wirtschaftlichen Einheit Betrieb der Land- und Forstwirtschaft zu dienen bestimmt sind, gehören insbesondere
 
1.
der Grund und Boden,
 
2.
die Wirtschaftsgebäude,
 
3.
die stehenden Betriebsmittel,
 
4.
der normale Bestand an umlaufenden Betriebsmitteln,
 
5.
die immateriellen Wirtschaftsgüter,
 
6.
die Wohngebäude und der dazugehörende Grund und Boden.
Als normaler Bestand an umlaufenden Betriebsmitteln gilt ein solcher, der zur gesicherten Fortführung des Betriebs erforderlich ist.

(4) Zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören nicht
 
1.
Grund und Boden sowie Gebäude und Gebäudeteile, die nicht land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen,
 
2.
Kleingartenland und Dauerkleingartenland,
 
3.
Geschäftsguthaben, Wertpapiere und Beteiligungen,
 
4.
über den normalen Bestand hinausgehende Bestände an umlaufenden Betriebsmitteln,
 
5.
Tierbestände oder Zweige des Tierbestands und die hiermit zusammenhängenden Wirtschaftsgüter (zum Beispiel Gebäude und abgrenzbare Gebäudeteile mit den dazugehörenden Flächen, Betriebsmittel), wenn die Tiere weder zur landwirtschaftlichen Nutzung noch nach § 175 zu den übrigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen gehören. Die Zugehörigkeit der landwirtschaftlich genutzten Flächen zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen wird hierdurch nicht berührt,
 
6.
Geldforderungen und Zahlungsmittel,
 
7.
Pensionsverpflichtungen.
(5) Verbindlichkeiten gehören zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen, soweit sie nicht im unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit den in Absatz 4 genannten Wirtschaftsgütern stehen.

Decken sich der ertragsteuerliche und erbschaftsteuerliche Begriff des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens?

Nein. Was in ertragsteuerlicher Hinsicht Privatermögen sein kann, nämlich ein verpachteter Betrieb aus dem Pachteinnahmen (V+V) erzielt werden, ist im Erbschaftsteuer- bzw. Bewertungsrecht land- und forstwirtschaftliches Vermögen im Sinne des § 158 BewG. Zum land- und fortswirtschaftlichen Vermögen gehören bei der Erbschaftsteuer alle Wirtschaftsgüter, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb auf Dauer dienen sollen.

Gibt es einen Unterschied zwischen land-und forstwirtschaftlichem Betrieb und Vermögen?

Wenn im BewG oder ErbStG einerseit von LuF-Betrieben und von LuF-Vermögen die Rede ist, so besteht kein Unterschied. Es ist das Gleiche gemeint.

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