Erbrecht in der Landwirtschaft – Welches Gesetz gilt?

Erbrechtler Ruby
Welches Anerbengesetz gilt? Erklärt von Erbrechtler Ruby

Das Erbrecht für die Landwirtschaft ist kompliziert. Es gilt ein Sondererbrecht. Ziel ist es, den Hof in der der Hand eines Landwirts zu erhalten. Der Hof soll nicht aufgeteilt werden.

In den verschiedenen Bundesländern gibt es verschiedene Erbrechte für die Landwirtschaft. Man nennt sie Anerbenrechte.

  • Nordrhein-Westfalen:
    Im bevölkerungsreichsten Bundesland gilt die Höfeordnung und nicht das BGB
  • Niedersachsen:
    Es gilt die Höfeordnung und nicht das BGB
  • Schleswig Holstein:
    Es gilt die Höfeordnung und nicht das BGB.
  • Hamburg:
    Es gilt die Höfeordnung und nicht das BGB.
  • Brandenburg:
    Hier steht die Einführung der Höfeordnung für die 5.400 landwirtschaftlichen Betriebe als Wahlmöglichkeit bevor. Der Landtag hat 2015 den Beschluss „Höfeordnung in Brandenburg
    einführen und ortsansässige Landwirte stärken“ gefasst. (https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/parladoku/w6/drs/ab_2500/2509.pdf)
  • Baden:
    Hier gilt das Badische Gesetz, die geschlossenen Hofgüter betreffend, wenn der Hof als geschlossenes Hofgut im Grundbuch eingetragen ist, was für rund 4.000 Höfe im Hochschwarzwald der Fall ist. Sonst gilt das BGB in Verbindung mit dem Grundstücksverkehrsgesetz.
  • Württemberg:
    Das Württembergische Gesetz über das Anerbenrecht gilt für eingetragene Höfe (ca. 7.000) , wenn der Erblasser vor dem 1.1.1930 geboren wurde und der Hof als Anerbenhof im Grundbuch eingetragen ist. Sonst gilt das Gesetz seit 31.12.2000 nicht mehr und es gilt das BGB in Verbindung mit dem Grundstücksverkehrsgesetz.
  • Bremen:
    Das Bremische Höfegesetz gilt für die in der Höferolle eingetragenen Höfe (150). Sonst gilt das BGB in Verbindung mit dem Grundstücksverkehrsgesetz.
  • Hessen:
    In Hessen sind 150 Landgüter in die Landgüterrolle eingetragen. Für sie gilt die Hessische Landgüterordnung . Für die anderen hessischen Höfe gilt das BGB in Verbindung mit dem Grundstücksverkehrsgesetz.
  • Rheinland-Pfalz:
    Hier sind 6.600 Höfe in die Höferolle eingetragen. Für sie gilt das Rheinland-Pfälzische Gesetz über die Höfeordnung. Für die anderen 40.000 Betriebe gilt das BGB in Verbindung mit dem Grundstücksverkehrsgesetz.
  • Andere Bundesländer:
    Hier gilt das BGB in Verbindung mit dem Grundstücksverkehrsgesetz.

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