Ertragsbewertung und fiktiver Lohnabzug in der Landwirtschaft

Erklärt von Fachanwalt Ruby

Bei Scheidung und Tod wird der landwirtschaftliche Betrieb durch das sogenannte Ertragswertverfahren privilegiert. Er soll vor der Zerschlagung geschützt werden. Vereinfacht gesagt, wird vom Rohertrag der Aufwand abgezogen, um so das Betriebseinkommen zu ermitteln. Dieses wird dann mit einem Faktor multipliziert, um so den Ertragswert des Hofes zu ermitteln.

Lohn oft höher als Ertrag

Vom Rohertrag werden ein gedachter Lohn für den Landwirt selbst und die kostenlos mitarbeitenden Familie abgezogen. Es soll ja nicht die Arbeitskraft der Landwirtfamilie bewertet werden, sondern die Ertragskraft des Betriebes an sich. Wer den Hof kauft, will ja nicht die Arbeitskraft bezahlen, die er – wie der Verkäufer – selber in den Betrieb stecken muss. Man bezeichnet diese Löhne als fiktiv, weil sie nicht wirklich gezahlt werden. Der Lohnabzug führt in der Praxis oft dazu, dass weniger als Null herauskommt. Das ist gerade bei Kleinbetrieben der Fall. Nur Großbetriebe erwirtschaften in der Regel einen Ertrag, der über dem der Arbeitsleistung liegt. Viele Kleinbauern geben sich also mit einem „Gewinn“ zufrieden, der unterhalb des Werts der eigenen bzw. mit der Familie erbrachten Arbeitsleistung liegt.

Abzug von über 100.000 Euro

In einem aktuellen Fall (13.4.2016)  ließ der Bundesgerichtshof bei einem durchschnittlichen Jahresrohertrag von rund 193.000 Euro einen pauschal geschätzten Lohnabzug von 109.000 für die Arbeitsleistung der Landwirtfamilie zu.

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