Ertragswertfälle- Wann gilt der Ertragswert

Fachanwalt Ruby

Ertragswertfälle sind Todes- / Scheidungsfälle in der Landwirtschaft, bei denen Geschwister oder Ehegatte nach dem günstigen Ertragswert abgefunden werden.

Nur einen Bruchteil

Der Ertragswert privilegiert die Landwirtschaft. Im Erb- oder Scheidungsfall sind Miterbe, Pflichtteilsberechtigter oder Ehegatte nicht nach dem Verkaufswert des Hofes abzufinden. Die Abfindung erfolgt nach dem Ertragswert. Der Ertragswert liegt in der Regel bei 15 Prozent des Verkaufswertes. Die durch Gerichtsentscheidungen bekannt gewordene Bandbreite liegt bei einem Verhältnis des Ertrags- zum Verkehrswert von nur 1/26 bis immerhin 1/2.

Die Ertragswertfälle

In folgenden Fällen ist nach dem Ertragswert abzufinden:

  • Der Erblasser verfügt testamentarisch die Übernahme des Landguts durch einen Miterben. Dann besteht die Vermutung, dass die Übernahme zum Ertragswert erfolgen soll. Um Zweifel auszuschalten, sollte das Ertragswertprivileg im Testament klar angeordnet werden.
  • Dasselbe gilt, wenn die Erblasser bei fortgesetzter Gütergemeinschaft bestimmen, dass einer der Abkömmlinge das in der Gütergemeinschaft befindliches Landgut übernimmt.
  • Beim Zuweisungsverfahren nach dem Grundstücksverkehrsgesetz: Liegt ein Landgut vor, das einer durch gesetzliche Erbfolge entstandenen Miterbengemeinschaft besteht, kann einer der Miterben die Zuweisung beantragen. Das Landgut kann dann das Landgut einem der Miterben zuweisen und für die weichenden Erben eine Abfindung nach dem Ertragswert festsetzen.
  • Bei der Ermittlung des ordentlichen Pflichtteilsanspruchs der enterbten Kinder, wenn der Landgutübernehmer zum Alleinerben eingesetzt wurde. Auch hier sollte die Ertragswertprivilegierung im Testament ausdrücklich angeordnet werden.
  • Beim außerordentlichen  Pflichtteilsergänzungsanspruch, wenn das Landgut schon zu Lebzeiten übergeben wurde.
  • Beim Eingreifen eines Anerbenrechts.
  • Beim  Zugewinnausgleich bei einer Scheidung.

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