Geldforderungen gehören nicht zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen. Ein Nachteil bei der Erbschaftsteuer

Geldforderungen werden nicht privilegiert vererbt
Geldforderungen werden nicht privilegiert vererbt

Die Bewertung des land- und fortswirtschaftlichen Vermögens erfolgt nach Ertragswertgrundsätzen. Dieses Reinertragswertverfahren wird aufgrund von Schätzungstabellen durchgeführt. Die Bewertung ist sehr günstig, steht aber unter dem Vorbehalt, dass der Betrieb 15 Jahre fortgeführt wird. In der Regel fällt keine Erbschaftsteuer an.

Zum land- und fortswirtschaftlichen Vermögen zählen aber nicht die Geldforderungen, Zahlungsmittel, Geschäftsguthaben und Wertpapiere sowie die mit ihnen zusammenhängenden Schulden. Also auch Geldforderungen aus dem Verkauf der Ernte oder von Vieh zählen nicht zum land- und fortswirtschaftlichen Vermögen. Das regelt § 158 Abs. 4 BewG:


(4) Zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören nicht
 
1.
Grund und Boden sowie Gebäude und Gebäudeteile, die nicht land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen,
 
2.
Kleingartenland und Dauerkleingartenland,
 
3.
Geschäftsguthaben, Wertpapiere und Beteiligungen,
 
4.
über den normalen Bestand hinausgehende Bestände an umlaufenden Betriebsmitteln,
 
5.
Tierbestände oder Zweige des Tierbestands und die hiermit zusammenhängenden Wirtschaftsgüter (zum Beispiel Gebäude und abgrenzbare Gebäudeteile mit den dazugehörenden Flächen, Betriebsmittel), wenn die Tiere weder zur landwirtschaftlichen Nutzung noch nach § 175 zu den übrigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen gehören. Die Zugehörigkeit der landwirtschaftlich genutzten Flächen zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen wird hierdurch nicht berührt,
 
6.
Geldforderungen und Zahlungsmittel,
 
7.
Pensionsverpflichtungen.

Damit wollte der Gesetzgeber verhindern, dass die Geldmittel in die Steuerbefreiung für die Land- und Forstwirtschaft einbezogen werden.

Fazit

Auch wenn die betrieblichen Geldforderungen und Zahlungsmittel ertragsteuerlich zum land- und fortswirtschaftlichen Vermögen gehören, ist das bei der Erbschaftsteuer nicht der Fall.

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