Stückländerei ist ein land- und fortswirtschaftlicher Betrieb

Stückländerei ist ein land- und fortswirtschaftlicher Betrieb
Stückländerei ist ein land- und fortswirtschaftlicher Betrieb

Stückländerei als Betrieb

Stückländereien sind einzelne Grundstücke, die land- und forstwirtschaftlich genutzt werden und dabei (verblüffenderweise) steuerlich als besonderer Betrieb gelten. Eine Stückländerei, also eine einzelne Grundstücksfläche gilt als besonderer Betrieb der Land- und Forstwirtschaft. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Einzelne landwirtschaftliche Flächen werden landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt

  • Die Betriebsmittel oder die Wirtschaftsgebäude, die der Bewirtschaftung solcher Flächen dienen, stehen nicht im Eigentum des Grundeigentümers.

In der Praxis sind Stückländerein kleine Parzellen, die an den Inhaber einer Hofstelle verpachtet sind. Verpachtet z.B. Oberstudienrat O einen kleinen Acker an den Landwirt L, so ist der Acker ein Betrieb der Land- und Fortswirtschaft, der steuerlich dem O zugerechnet wird. Landwirt L bewirtschaftet die Fläche ja mit seinen eigenen Betriebsmitteln.

Mehrere Stückländereien eines Eigentümers bilden zusammen eine wirtschaftliche Einheit, selbst wenn sie sich über mehrere Gemeinden erstrecken.

Für den Erbschaftsteuerwert

§ 160 Abs. 7 BewG:
(7) Einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft bilden auch Stückländereien, die als gesonderte wirtschaftliche Einheit zu bewerten sind. Stückländereien sind einzelne land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, bei denen die Wirtschaftsgebäude oder die Betriebsmittel oder beide Arten von Wirtschaftsgütern nicht dem Eigentümer des Grund und Bodens gehören, sondern am Bewertungsstichtag für mindestens 15 Jahre einem anderen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft zu dienen bestimmt sind.

Für den Einheitswert

§ 30 Abs. 7 BewG:
(7) Einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft bilden auch Stückländereien. Stückländereien sind einzelne land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, bei denen die Wirtschaftsgebäude oder die Betriebsmittel oder beide Arten von Wirtschaftsgütern nicht dem Eigentümer des Grund und Bodens gehören.

Fremde Betriebsmittel

In die Bewertung der Stückländerei sind auch darauf vorübergehend errichtete Gebäude, die dem Eigentümer nicht gehören, einzubeziehen. Gleiches gilt für sonstige Betriebsmittel.

Berechnung des Grundbesitzwertes

Die Wertermittlung erfolgt nach dem 6. Abschnitt des 2. Teils des BewG

Ermittlung des Werts des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft

  • Wert des Wirtschaftsteils (Mindestwert)
  • Eigentumsflächen Landwirtschaftliche Nutzung Grünland 18,96 ar
  • Landwirtschaftliche Nutzung im Regierungsbezirk Freiburg
  • Ermittlung des Standarddeckungsbeitrages (SDB): 0,1896 ha x SDB 593 €/ha = 112,43 €
  • Nutzungsart: Sonstiger Futterbau
  • Ermittlung der Betriebsgrößenklasse: SDB (gerundet) 112 € / 1.200 € = 0,09 EGE (Europäische Größeneinheit)
  • Die Betriebsgröße liegt unter 40 EGE: Kleinbetrieb
  • Ermittlung des Mindestwerts: 129 €/ha Pachtpreis gem. Anlage 14 BewG x 0,1896 ha x Kapitalisierungsfaktor 18,6 = 455 €
  • kapitalisierter Wert des Grund und Bodens der landwirtschaftlichen Nutzung (gerundet): 455 €
  • Landwirtschaftliche Nutzung: 455 €
  • Wert des Grund und Bodes: 455 €
  • Mindestwert: 455 €
  • Wert des Wirtschaftsteils: 455 €
  • Grundbesitzwert: 455 €

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